In der Automobilbranche bestehen Verkaufsprozesse nicht nur aus „Geld gegen Fahrzeug“ zwischen einem Händler und einem Kunden. Tatsächlich erzielen sogar die Automobilhersteller lediglich 37 % der gesamten Umsatzerlöse durch den initialen Fahrzeugverkauf, wohingegen die restlichen 63 % über den Automotive Aftermarket erwirtschaftet werden.1

Dieser Markt lebt davon, dass Autos als langlebige Konsumgüter gewartet und repariert werden müssen.2 Es werden Produkte und Service-Dienstleistungen vermarktet, die in unmittelbarem Bezug zum davor erworbenen Gut – dem Automobil – stehen. Dazu zählen z. B. Verschleißteile, Karosserieteile, Motoren, Getriebe, Autoglas, Öl, Chemikalien und Reifen.

Gemessen an den oben genannten Prozentzahlen zeigt sich die enorme Bedeutung des Marktes für den wirtschaftlichen Erfolg eines Automobilherstellers. Aufgrund hoher Bestände an alten Autos (das Durchschnittsalter beträgt 11,3 Jahre) und ansteigender Mobilitätsraten in Schwellenländern, wird das Marktvolumen im Automotive Aftermarket in den kommenden Jahren weiter steigen.3 Doch starker Wettbewerbsdruck und Preiskämpfe erschweren den Markteintritt sowie das Überleben auf selbigem.

Eine Studie von Frost und Sullivan prognostiziert, wie sich Technologie und Konsumentenverhalten in den nächsten Jahren verändern werden. So soll z. B. der neue Verkaufskanal In-Vehicle-Sales hinzu kommen. Außerdem wird der Hauptfokus zukünftig auf weibliche Fahrer gelegt.4 Neue Technologien, wie der 3D-Druck, werden Lieferketten verändern und komplexer machen. Dazu kommt auch die zunehmende Bedeutung des Onlinehandels, welcher u. a. durch Day-to-Day-Lieferungen noch wettbewerbsintensiver werden wird. 6 All das erfordert optimierte Warenbestände und eine reibungslose Umsetzung von strategischen Vorgaben in das operative Geschäft.

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Alle Teilnehmer des Marktes werden ihre Supply Chain verbessern müssen, um wettbewerbsfähig und auf komplexere Liefernetzwerke vorbereitet zu sein. Dies erfordert neue Strategien für Einkauf, Vertrieb und Planung. Auch neue Formen der Produktion werden es erforderlich machen, das volle Potenzial von ERP-System auszuschöpfen.

Es müssen komplexe Zusammenhänge (z. B. zukünftige Lieferengpässe) vorhersagbar sein und diese Erkenntnisse dazu genutzt werden, rechtzeitig die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Schließen der Lücke zwischen Strategie und operativer Umsetzung im Tagesgeschäft mittels vorrausschauender Analysen, wird mehr denn je ein bedeutender unternehmerische Erfolgsfaktor sein.

Die Lösung hierzu bietet Every Angle. Durch kausale Verknüpfung von Informationen aus der Supply Chain werden nicht nur rückblickende Ursachenanalysen möglich, sondern auch echte Erkenntnisse über zukünftige Engpässe. Das Ergebnis ist eine optimierte Ausführung der bestehenden Prozesse in der Automobilindustrie. Neue Herausforderungen an die Supply Chain werden dann an der Realität gemessen und nicht an der ursprünglichen Prozessplanung.

Quellen:

University of St. Gallen/Capgemini Consulting: The Aftermarket in the Automotive Industry; 2010:
https://www.capgemini.com/resource-file-access/resource/pdf/tl_The_Aftermarket_ in_the_ Automotive_Industry.pdf.

2 Business Dictionary:
http://www.businessdictionary.com/definition/aftermarket.html.

3 Robinson, A.: 3 Macro Trends Driving the Automotive Aftermarket Industry & The Outlook to 2020;
http://cerasis.com/2014/10/30/automotive-aftermarket-industry/.

4 Frost/Sullivan: Future of Parts and Service Retailing in the Automotive Aftermarket:
http://tinyurl.com/o9h7g7e.

5 Wolk After Sales Experts:
http://www.wolk-aftersales.com/the-german-car-aftermarket-structure.html.

6 Frost/Sullivan: Future of Parts and Service Retailing in the Automotive Aftermarket:
http://tinyurl.com/o9h7g7e.